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Der "Projekt Seelsorgeeinheitschor Hardheim" hat sich anlässlich des Weltjugendtages 2005 in Deutschland erstmals aus Sängerinnen und Sängern, Musikerinnen und Musikern der gesamten Seelsorgeeinheit Hardheim zusammen gefunden.
Mitgewirkt haben damals etwa 80 Jugendliche und junge Erwachsene der gesamten Seelsorgeeinheit Hardheim. Die Zahl der Mitwirkenden verändert sich von Projekt zu Projekt, da keine Verpflichtung im Sinne einer "Mitgliedschaft" besteht. Ebenso wie wir uns über jede und jeden freuen, der oder die
schon einmal mitgewirkt hat, freuen wir uns auch immer wieder neue Gesichter in unseren Reihen begrüßen zu dürfen.
Der "Projekt Seelsorgeeinheitschor Hardheim" kommt nur zu bestimmten Projekten zusammen und möchte dabei die frohe Botschaft des christlichen Glaubens musikalisch weitertragen. Neben dem Gemeinschaftserlebnis für die mitwirkenden Akteure der Seelsorgeeinheit soll sich dieses Erleben auch auf die Zuhörer und Gäste übertragen, wie dies auch in der nachfolgenden Geschichte zum Ausdruck kommt.
Vor langer Zeit zerbrach einmal die große Musik des Lebens in ein unruhiges Durcheinander einzelner und vereinzelter Töne. „Ich“, drang es plötzlich durch die aufgelösten Reihen. Ein sattes A war aufgestanden, und obwohl es gewohnt war, den Ton anzugeben, beklagte es sich: „Ich möchte endlich unabhängig sein. Wenn mein Leben von einer dieser Notenlinien, den anderen Tönen und den Gutdünken der Musiker abhängt, möchte ich lieber gar nicht erst existieren. Ich jedenfalls möchte nicht in der Masse der Töne untergehen.“
Viele Noten wurden von der Sehnsucht des Kammertons angesteckt. Und so geschah es, dass bald alle Töne eifrigst damit beschäftigt waren, sich selbst zu verwirklichen. Die bisherigen Ordnungen des Zusammenlebens waren aufgelöst, die Notenlinien wurden verworfen, keiner hörte mehr auf den anderen, und die vollständige Unabhängigkeit war bald erreicht. Aber es erklang auch keine Musik mehr. Man vernahm nur noch ein schaurig-schräges Durcheinander einzelner Klänge, die sich gegenseitig zu übertönen versuchten und sich offenbar einbildeten, alleine eine Melodie zu sein. Das aber vergrößerte nur noch die Vereinzelung und eine gefährliche Krankheit breitete sich aus: die Einsamkeit.
In ihrer Not wandten sich einige Töne an eine freundliche Musikerin, die alles mit großer Besorgnis beobachtet hatte. Sie schmerzte, was sie hörte, nicht nur in ihren Ohren, sondern auch im Herzen.
„Ihr habt den Sinn füreinander verloren“, erklärte sie den Tönen. „Wenn ihr nur für euch selber lebt, dann ist dies das Ende eures Lebens, und wenn ihr nicht mehr aufeinander hört, ist dies das Ende der Musik. Jeder Ton ist in seiner Eigenart wichtig. Aber würde ein Musiker jeden Ton nur einzeln spielen, so gäbe es keine Melodie, sondern nur eine lose Aneinanderreihung einzelner Klänge. Das Geheimnis einer Melodie liegt im rechten Zusammenspiel. Das ist eine arme Melodie, die nur aus einzelnen Noten und ihrem je eigenen Klang besteht. Das ist ein armes Leben, das nur das eigene Ich zum Inhalt hat.
Wenn eine Melodie erklingen soll, ist nicht allein das Eigenleben vereinzelter Töne wesentlich, sondern zugleich die Hingabe und Hinführung der einzelnen auf die nächsten Noten. Denn kein Ton entfaltet seinen vollen Klang allein aus eigener Kraft. Nur wenn einer den anderen unterstützt und durch andere unterstützt wird, erklingt Musik. Ihr werdet wesentlich durch andere Töne selbst zum Ton. Deshalb ist es so wichtig, dass ihr aufmerksam füreinander seid und nicht verlernt, aufeinander zu hören.“
Dem Rat der Frau vertrauend, versuchten die wenigen Töne, eine neue Form des Zusammenlebens zu begründen. Immer einige, die besonders schön miteinander klangen, wohnten zusammen mitten unter den anderen. Sie versuchten aber, nicht lauthals den Ton anzugeben, sondern spitzten die Ohren füreinander und begannen, ganz sacht ihr neues Lied zu singen. Langsam, aber stetig wuchs ihre kleine Melodie, die immer vielstimmiger und klangvoller wurde, bis schließlich eine große Symphonie erscholl.
Seit diesen Tagen wohnt der Musik eine tiefe, verwandelnde Kraft inne. Und wenn man ganz still wird und genau hinhört, kann man diese Kraft noch heute spüren.
Nach Ulrich Peters